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AUSTRALOPITHECINEN

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  • Als ein wichtiges gemeinsames Merkmal (Synapomorphie) aller Arten der Gattung Homo gilt die Zahl der Höcker (Tuberculum) auf den hinteren Backenzähnen (Molaren): Bei Homo sind es sechs oder sieben Höcker, bei den Australopithecinen waren es weniger.
  • Die Australopithecina oder Australopithecinen (selten auch: Australopithen) sind eine ausgestorbene systematische Gruppe der Hominini innerhalb der Familie der Menschenaffen (Hominidae).
  • Australopithecus anamensis gilt als die älteste Art der Australopithecinen und zugleich als die älteste unumstrittene Art der Hominini.
  • Ihre Bedeutung besteht vor allem im Nachweis eines wesentlich größeren Verbreitungsgebietes der Australopithecinen als zuvor angenommen: vom Afar-Dreieck in Äthiopien über den Ostafrikanischen Graben hinweg bis rund 2500 Kilometer nach Westen.
  • 1994 in der Fundstätte Kanapoi (Kenia) die bisher älteste Australopithecusart (Australopithecus anamensis) und 1999 einen 3,5 Millionen Jahre alten und fast vollständig erhaltenen Schädel aus dem Formenkreis der Australopithecinen.
  • 1953 in einem Fachartikel und 1959 in seinen Memoiren Adventures with the missing link deutete Dart die zahlreiche Knochenfunde von diversen Tierarten als Beute der Australopithecinen, spekulierte über gemeinsame Jagden der frühen Hominiden und leitete daraus weit reichende Schlüsse zu den Mechanismen der Menschwerdung ab.
  • Auf Yves Coppens geht somit die heute allgemein anerkannte Hypothese zurück, dass Australopithecus robustus infolge einer Anpassung speziell seiner Kauwerkzeuge an eine Kost von härteren Steppengräsern aus den grazilen, frühen Australopithecinen hervorging, während die Gattung Homo infolge des zunehmend aufrechten Gangs, des hierdurch bedingten Freiwerdens der Hände für andere Aufgaben als die Fortbewegung und einer schließlich nachfolgenden Vergrößerung ihres Schädelvolumens (und – damit verbunden – des Gehirns) sich mit Hilfe von Werkzeuggebrauch an die veränderten ökologischen Bedingungen Ostafrikas anpasste.
  • Häufig werden die Arten der Hominini wie folgt bezeichnet: die Australopithecinen als Vormenschen; Homo habilis und Homo rudolfensis als Urmenschen; alle späteren Arten der Gattung Homo (außer Homo sapiens) als Frühmenschen; Homo sapiens als Jetztmensch oder anatomisch moderner Mensch.
  • Daher könne man die drei Kiefer nicht der direkten Vorfahrenlinie der Schimpansen und der Hominini zuordnen, man müsse ihre fossilen Besitzer vielmehr als zeitlich parallele Gattung zu dieser Entwicklungslinie interpretieren; die Merkmalsähnlichkeiten von Ouranopithecus turkae und der späteren Australopithecinen wurden somit 2007 als konvergent interpretiert.
  • Schon in seiner Dissertation ging Rak der Frage nach, welche biomechanischen Gründe die charakteristische Topographie des Gesichts bei den Australopithecinen hervorgebracht hatten: Ihr Gesicht ist im Zentrum flach wie ein Teller, aber im Randbereich – oberhalb sowie links und rechts der Augen, ferner im Bereich der Kiefer – wölben sich Knochen deutlich nach vorn.
  • Bereits in der ersten Beschreibung des Schädels wurde darauf hingewiesen, dass das Fossil einen wesentlich markanteren Überbiss (die Oberkiefer-Frontzähne ragten deutlich über die Unterkiefer-Frontzähne hinaus) aufweise als alle bis dahin bekannten Fossilien der so genannten robusten Australopithecinen; deren Zahnstellung sei vielmehr als weitgehend orthognathisch zu beschreiben.
  • Das besondere Interesse Thackerays gilt neben paläoanthropologischen Ausgrabungen vornehmlich theoretischen anatomischen Problemen, die sich derzeit im Gebiet der Paläoanthropologie aus dem Fehlen fester (statistischer) Kriterien beim Definieren von Vormenschen-Arten (den Australopithecinen) und Frühmenschen-Arten (zum Beispiel Homo ergaster / Homo erectus / Homo heidelbergensis) ergeben.
  • Robinsons 1955 verfasste und 1956 publizierte Doktorarbeit über die Bezahnung der Australopithecinen (The dentition of the Australopithecinae) „legte den Grundstein für die ‚Nahrungshypothese‘“, der zufolge die erheblichen Unterschiede im Bauplan der Schädel von sogenannten grazilen und robusten Australopithecinen eine evolutionäre Anpassung an unterschiedliche Nahrungsquellen ist.
  • In den 1970er-Jahren fertigte Holloway zahlreiche Ausgüsse von fossilen Australopithecinen an und entwickelte aus seinen Analysen der Merkmale ihrer – recht kleinen – Gehirne die Theorie, dass der Vergrößerung des Hirnvolumens in der zum Menschen führenden Abstammungslinie eine Umstrukturierung des Baus der Gehirne vorausgegangen war.


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